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++++ ABSCHLUSSBERICHT ++++

Der Abschlussbericht des Projektes bietet in erster Linie Informationen für Fach- und Führungskräfte, die mit jungen Geflüchteten arbeiten und Entscheidungen treffen müssen. Der Bericht greift die Ergebnisse der qualitativen Studie des Projektes zur Lebens- und Bedarfssituation junger Geflüchteter auf, verbindet diese mit den Ergebnissen der ebenfalls durchgeführten Expertenworkshops und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Ziel dieser Veröffentlichung ist es, den in der Arbeit mit jungen Geflüchteten tätigen Fach- und Führungskräften weiterführende Informationen und Unterstützung anzubieten.

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Projekt

Hintergrund

Junge Geflüchtete

Deutschland erfährt derzeit einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Nach Schätzungen von Eurostat sind rund ein Drittel der Geflüchteten1 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Der größte Teil von ihnen reist mit ihren Familien ein, rund 8% kommen ohne Sorgeberechtigte als sogenannte unbegleitete minderjährige Geflüchtete nach Deutschland.2

  • 1 Der Begriff „Geflüchtete“ ist im Folgenden nicht an den rechtlichen Grundlagen, sondern am angestrebten Aufenthalt unter asylrechtlichen Grundlagen orientiert.
  • 2 Eurostat 2015, ec.europa.eu
Unterstützungs- und Informationsbedarf

Geflüchtete Kinder und Jugendliche sind eine sehr heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Ausgangslagen, Erfahrungen, Potenzialen und Ressourcen. Gerade in der ersten Zeit nach der Ankunft in Deutschland lassen sich allerdings verschiedene Bedürfnisse und Bedarfe identifizieren, die geflüchtete Minderjährige und ihre Familien gemeinsam haben. Orientierung und Information stehen dabei an einer der vordersten Stellen. Sowohl die große Zahl dieser Kinder und Jugendlichen, als auch die Vielfalt ihrer nationalen und familiären Hintergründe, ihrer Fluchterfahrungen und Potenziale stellen hohe Anforderungen an die Menschen, die mit jungen Geflüchteten arbeiten sowie an die kommunalen Versorgungssysteme, um einen kindgerechten Umgang mit minderjährigen Geflüchteten zu gewährleisten.

Eine Mission – drei Schritte

Derzeit besteht bereits eine Vielzahl an Informationen für Geflüchtete, Fach- und Führungskräfte in verschiedenen Arbeitsbereichen, für Ehrenamtliche und die interessierte Öffentlichkeit. Dazu kommt, dass das Land NRW sich in zahlreichen Projekten und Programmen für junge Geflüchtete und ihre Familien engagiert. Hier setzt das Projekt mit drei aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten an. Ziel ist es, ein koordiniertes, integriertes kommunales Gesamtkonzept zu erstellen. Der Blick richtet sich insbesondere auf die Entwicklung passgenauer, an Bedürfnissen und Bedarfen orientierter Hilfen im bestehenden Versorgungssystem, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Ziel ist die Ermöglichung von gesellschaftlicher Teilhabe und Integration.

Schritt 1: Informationsangebot

Durch die Vielzahl der Angebote ist es zuweilen nicht einfach, die relevanten Informationen schnell und auf einen Blick zu finden. Diese Lücke soll das Projekt schließen, orientiert an den grundlegenden Bedürfnissen:

  1. Asylsystem und Verfahren
  2. Wohnen und Unterbringung
  3. Geld und Versorgung
  4. Sprache
  5. Bildung
  6. Arbeit
  7. Gesundheit
  8. Mitmachen
  9. Hilfe

Das Informationsangebot hat keinen kommerziellen Hintergrund.

Für junge Geflüchtete und ihre Familien werden in 8 Sprachen eine Web-App sowie eine Broschüre (pdf-Download) kostenlos zur Verfügung gestellt. Beide enthalten Ausgangsinformationen mit weiterführenden Adressen und Links.

Für die Fachkräfte, für Ehrenamtliche und die allgemeine Öffentlichkeit bietet diese Webseite kostenlos unterstützendes Informationsmaterial. Der Wegweiser für Fachkräfte stellt einen Kurzüberblick über die relevanten rechtlichen und fachlichen Hintergründe sowie den schnellen Zugang zu weiterführenden Informationen zur Verfügung.

Schritt 2: Abgleich von Bedürfnissen und bestehenden Hilfe- und Versorgungssystemen

Eine frühzeitig ansetzende Integration von minderjährigen Geflüchteten ist notwendig, nicht nur um die aktuelle Teilhabe zu sichern und Lebensperspektiven zu eröffnen, sondern auch, um spätere Problemstellungen (Arbeitslosigkeit, Radikalisierung etc.) zu vermeiden. Bereits bestehende Hilfesysteme und Präventionsketten bieten dazu bereits zahlreiche Ansatzpunkte.

Bisher gibt es eine Vielzahl an kommunalen Hilfestellungen für junge minderjährige Geflüchtete und ihre Familien. Viele dieser Hilfen stehen bisher allerdings nebeneinander. Um die Nachhaltigkeit sicherzustellen, ist eine passgenaue Weiterentwicklung der bestehenden Hilfe- und Versorgungssysteme über die Akutsituation hinaus notwendig.

Hier setzt das Projekt an. Um konkrete Bedarfe und Bedürfnisse junger Geflüchteter zu identifizieren, kommen unbegleitete und begleitete minderjährige Geflüchtete und ihre Familien aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Eritrea zu Wort. Zudem werden (leitende) Fachkräfte aus Politik und Verwaltung sowie Ehrenamtliche zu ihrer Einschätzung befragt.
Der Abgleich zwischen den bestehenden Systemen und den Bedürfnissen der Befragten liefert entscheidende Hinweise für Ansatzpunkte der Weiterentwicklung kommunaler Systeme zur Unterstützung der geflüchteten Kinder und Jugendlichen.

Schritt 3: Entwicklung eines integrierten kommunalen Handlungsansatzes

Der dritte Projektschritt hat zum Gegenstand, praktische Handlungsempfehlungen zum Aufbau und zur Verstetigung gelingender Konzepte der Hilfe- und Unterstützungssysteme für minderjährige Geflüchtete zu erarbeiten. Der Schwerpunkt liegt dabei v.a. auf der Nachhaltigkeit und Passgenauigkeit der Maßnahmen sowie auf der notwendigen Vernetzung und Kooperation aller beteiligten Akteure.
Im dritten Projektschritt werden daher die Ergebnisse in ein integriertes Gesamtkonzept überführt, das junge Geflüchtete nicht „außen vor“ lässt, sondern Möglichkeiten der Lebensgestaltung und der gesellschaftlichen Teilhabe eröffnet.

Projektträger

„Young Refugees NRW“ ist ein Gemeinschaftsprojekt. Es wird von der Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen e.V. und dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. verwirklicht. Finanziert wird es von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW.

Ziel

Die Bereitstellung bedürfnisgerechter und passgenauer, integrierter Konzepte und Hilfen für die Förderung und Integration von geflüchteten Minderjährigen und ihren Familien auf kommunaler Ebene, an der alle Beteiligten gemeinsam arbeiten.

Zeitrahmen

November 2015 bis Januar 2017.